Feuchtigkeit im Wohnwagen: erkennen, Ursache finden, richtig handeln

Feuchtigkeit im Wohnwagen oder Wohnmobil fällt oft erst auf, wenn der Schaden schon gross ist. Ein Wasserschaden entsteht über längere Zeit: Tropfen für Tropfen dringt Wasser ein, das Holz saugt sich voll, und irgendwann wird die Wand weich. Wer die Anzeichen früh erkennt, spart viel Geld.

Zwei Ursachen: Kondenswasser oder Leck

Kondenswasser entsteht innen. Beim Kochen, Duschen und Atmen gelangt Feuchtigkeit in die Luft, die sich an kalten Flächen niederschlägt, besonders an Fenstern, in Ecken und hinter Polstern. Das ist normal und lässt sich mit Lüften in den Griff bekommen.

Ein Leck lässt Wasser von aussen eindringen, zum Beispiel an Fenstern, Dachhauben, Kederleisten oder Schienen. Das ist ernster, denn das Wasser bleibt in der Wand und richtet dort über Monate Schaden an.

Die Anzeichen

  • ein muffiger Geruch, der auch nach dem Lüften bleibt
  • dunkle Flecken oder Wellen in der Wandverkleidung
  • weiche Stellen in Wand oder Boden, die beim Drücken nachgeben
  • aufgequollene Möbelkanten in der Nähe von Aussenwänden
  • Schimmel in Ecken oder hinter Polstern
  • aussen Alufrass, also weisse Ausblühungen an der Aluminiumhaut. Er ist ein Hinweis auf einen langjährigen Wasserschaden.

Kondenswasser vermeiden

  • Regelmässig kurz und kräftig lüften, auch im Winter.
  • Beim Kochen einen Deckel auf den Topf legen und die Dachhaube öffnen.
  • Die Zwangslüftungen nie abdecken.
  • Polster und Matratzen nicht direkt an kalte Aussenwände stellen.
  • Steht das Fahrzeug, hilft ein Luftentfeuchter mit Granulat oder Tablette.

Wie du den Camper über den Winter trocken hältst, steht im Ratgeber Wohnmobil winterfest machen.

Was du selbst prüfen kannst

Nimm dir ein- bis zweimal im Jahr Zeit für einen Rundgang. Schau in die Ecken, unter Betten und Sitzbänke und hinter Schranktüren an den Aussenwänden. Taste die Wände in Fensternähe und unter den Dachhauben ab. Nach einem kräftigen Regen lohnt sich ein zweiter Blick. Fotografiere auffällige Stellen, dann siehst du beim nächsten Mal, ob sie grösser werden. Aussen kontrollierst du Fugen und Dichtungen auf Risse und Lücken.

Verdacht auf ein Leck: was jetzt?

Ob Wasser von aussen kommt, lässt sich mit einem Feuchtemessgerät eingrenzen. Die Werte richtig zu deuten, braucht aber Erfahrung, denn Holz, Kunststoff und Isolierung reagieren unterschiedlich. In unserer Werkstatt gehen wir so vor:

  1. Feststellen, wo eine Undichtigkeit vorliegt.
  2. Beschädigte Materialien ausbauen und ersetzen, undichte Stellen neu abdichten.
  3. Falls nötig, einen Industrietrockner über den notwendigen Zeitraum einsetzen.
  4. Auf Wunsch nach vereinbarter Zeit erneut auf Wassereintritt kontrollieren.

Solange kein Totalschaden vorliegt, lohnt sich das Abdichten. Mehr dazu auf der Seite Reparaturen und Abdichtungen.

Vorbeugen lohnt sich

Lass deinen Wohnwagen oder dein Wohnmobil regelmässig auf Dichtigkeit prüfen, gerade bei älteren Fahrzeugen. Kleine Stellen kannst du mit dem passenden Material selbst nacharbeiten. Dichtmittel und Dichtbänder findest du unter Kleben und Dichten, die Anleitung im Ratgeber Wohnwagen abdichten. Planst du den Kauf eines gebrauchten Wohnwagens, hilft unsere Prüfung vor dem Kauf mit Dichtigkeitsmessung.

Ersatz für undichte Dachhauben findest du unter Dachhauben und Dachlüfter.

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