Solaranlage im Wohnmobil nachrüsten: Leistung, Laderegler, Batterie

Eine Solaranlage macht dich unabhängiger vom Landstrom. Sie lädt die Bordbatterie, während du wanderst, badest oder einfach in der Sonne sitzt. Damit sie zu deinem Alltag passt, planst du sie in drei Schritten: Bedarf, Module und Laderegler, Batterie.

1. Den eigenen Strombedarf schätzen

Schreib auf, welche Geräte du an einem typischen Tag nutzt und wie lange: Kühlbox, Licht, Wasserpumpe, Handy, Laptop. Multipliziere die Leistung in Watt mit den Stunden, dann hast du Wattstunden pro Tag.

Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Eine Kühlbox mit 45 Watt, die über den Tag gerechnet acht Stunden läuft, braucht 360 Wattstunden. Licht mit 10 Watt während fünf Stunden kommt auf 50 Wattstunden. Zusammen mit Handy und Laptop landest du schnell bei 500 Wattstunden am Tag. Die echten Werte stehen auf den Typenschildern deiner Geräte.

2. Module und Laderegler

Die Solarmodule liefern im Sommer deutlich mehr als im Frühling oder Herbst, und im Winter nur einen Bruchteil. Plane deshalb mit Reserve, wenn du auch ausserhalb der Saison unterwegs bist. Starre Module sind robust, flexible Module sind leichter und flacher.

Die Leistung eines Moduls wird in Watt Peak angegeben, also unter Laborbedingungen. Im Alltag liefert es weniger, weil Sonnenstand, Neigung und Temperatur selten ideal sind.

Zwischen Modul und Batterie sitzt der Laderegler. Er muss zur Leistung der Module und zur Batterie passen. Willst du die Anlage später erweitern oder auf eine Lithium-Batterie wechseln, plane den Regler so, dass er das von Anfang an mitmacht.

Solarregler, Module und Komplettanlagen, etwa von Dometic und Mestic, findest du unter Solaranlagen.

3. Die passende Batterie

  • AGM: günstiger in der Anschaffung, aber schwerer. Damit sie lange hält, sollte sie nicht zu tief entladen werden.
  • Lithium (LiFePO4): leichter, mehr nutzbare Kapazität und mehr Ladezyklen. Sie braucht eine passende Ladetechnik.

Batterien, Ladegeräte und Ladebooster findest du unter Batterien und Ladegeräte und Wechselrichter und Laderegler.

Montage auf dem Dach

Die Module werden auf dem Dach befestigt, meist mit Halterungen oder Spoilern, die verklebt werden. Das Kabel führt durch eine Dachdurchführung ins Fahrzeug. Jede Durchführung ist eine mögliche undichte Stelle. Sie muss sauber abgedichtet werden, sonst droht später ein Wasserschaden. Spoiler, Montagesets und Dachdurchführungen findest du unter Solaranlagen, Sicherungen und Batterie-Trennschalter für die Verkabelung unter Zubehör für die Stromversorgung.

Typische Fehler

  • Schatten: Schon ein Schatten von Klimaanlage, Dachhaube oder Sat-Schüssel kann den Ertrag eines Moduls stark senken. Plane die Lage auf dem Dach mit.
  • Zu dünne Kabel: Auf langen Wegen geht sonst Leistung verloren.
  • Falsche Ladeeinstellung: Der Laderegler muss zur Batterie passen. Eine Lithium-Batterie braucht eine andere Einstellung als eine AGM-Batterie.
  • Zu kleiner Regler: Kommen später weitere Module dazu, muss der Regler das verkraften.

Selbst bauen oder einbauen lassen?

Mit etwas Erfahrung lässt sich eine kleine Anlage selbst montieren. Bei grösseren Anlagen, Lithium-Batterien und der Verkabelung lohnt sich die Fachperson. Einbau und Anschluss übernehmen wir auf Wunsch in unserer Werkstatt in Birr.

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